Im Februar trafen sich mehrere Content Creators in Frankfurt, um an einem Wochenende bei gemeinsamen Sessions vor der Kamera Fotos und Videos zu erstellen. Collabfinder.org nutzte die Gelegenheit, führte einige Interviews und freut sich, seinen Followern, Fans und anderen Creators den deutschen Fotografen Klaus Maresch vorzustellen.
Klaus Maresch lebt in Bonn und fotografiert in Wuppertal
Collabfinder: „Erzähl uns von deinem Künstlernamen und dem Moment, als dir klar wurde, dass er Teil deiner Identität ist.“
Klaus Maresch: Ich fotografiere unter meinem Namen. Fotografie ist ein erweitertes Hobby für mich und ich bin unter meinem Namen, auch durch Umwelt- und Pressearbeit, recht bekannt. Über das Thema Identität – naja, ich bin die Summe meines Lebens, ich denke, das macht meine Identität aus. Alles zusammen, Ausbildung, Beruf, das Leben als schwuler Mann, meine Hobbys, meine Lebenserfahrung, das bildet zusammen meine Gesamtidentität. Ich würde mich nie auf einen Teil davon reduzieren lassen. Als Fotograf nutze ich meistens das Studio Vohwinkel in Wuppertal, shoote aber auch outdoor an passenden Locations und komme als Fotograf dieses Jahr zu den Grabbys Europe nach Torremolinos.
Collabfinder: „Wo lebst du und wie hat dieses Umfeld dich geprägt?“
Klaus Maresch: „Ich lebe in Bonn im katholischen Rheinland, zusammen mit meinem Ehemann – dem besten von allen, manchmal auch das Monster, letzteres immer dann, wenn ich wieder „absolut notwendige, stilvolle und sinnvolle Anschaffungen“ für mein Hobby Fotografie tätige. 🙂 Er ist eher der nüchterne Bauhaus-Fan, noch dazu ein nüchterner und zahlenorientierter Banker, bei mir darf es als Kind der 80er und 90er Jahre sowie Fan von Dolce & Gabbana, Pierre et Gilles und Jean-Paul Gaultier gern etwas opulenter sein. Jungs dürfen glitzern! Das treibt meinem Mann gelegentlich den Schweiß auf die Stirn, zumal er sich nie sicher ist, wie ernst ich es meine. Zuletzt habe ich das Thema Bodychains und Schwarzlicht entdeckt und stellte fest, dass Rubine und Saphire unter Schwarzlicht leuchten. Vielleicht hätte ich ihm gleich sagen sollen, dass die 500 ct Rubine und Saphire, die ich für eine solche Bodychain brauche, auch aus künstlichen Edelsteinen stammen können. Aber mittlerweile atmet er wieder. Sein größter Alptraum besteht darin, dass ich im Lotto gewinne und dann hemmungslos als Fotograf „absolut notwendige, stilvolle und sinnvolle Anschaffungen“ tätige. Vermutlich müssten wir neu bauen.“
Collabfinder: „Welche Leidenschaft von dir würde deine Follower vielleicht überraschen?“
Klaus Maresch: „Vielleicht mein Hauptjob. Ich war früher Berufsimker und bin heute noch für verschiedene Behörden und andere Institutionen unterwegs, wenn Haus- und Gartenbesitzer Probleme mit Bienen, Wespen und Hornissen haben. Seit kurzem beschäftigt uns in Deutschland die invasive Asiatische Hornisse, die nicht ganz ungefährlich ist. Über Forschungsaufenthalte in Nepal und Entwicklungshilfeprojekte in Ghana im Zusammenhang mit Imkerei und Bienen bin ich letztlich aber bei der Fotografie gelandet. Im Sommerhalbjahr habe ich die sechsbeinigen Stecher vor der Linse, im Winter dann eher die zweibeinigen.
Ein zweiter Bereich ist mein Faible für Fantasy in der Literatur, Mode und Fotografie. Ich habe selber einige Urban Fantasy Romane veröffentlicht, damals noch unter Pseudonym Hagen Ulrich, nicht als Klaus Maresch. Und der Spaß an Fantasy ist auch in der Fotografie geblieben. Ich liebe es, die mythischen Figuren Dämon, Werwolf oder Vampir fotografisch, auch in aufwändigen Settings umzusetzen. Letztendlich verkörpern diese Figuren ja unsere geheimen Ängste, Wünsche und Sehnsüchte, quasi die dunkle Seite in uns. Diese Seite fotografisch umzusetzen, auch und gerade unter Einsatz passender Requisiten, bereitet mir sehr viel Spaß. Ich liebe den Gothic und Victorian Style!“
Wie arbeitet Klaus Maresch als Fotograf?

Collabfinder: „Was suchst du in einem Partner für eine Zusammenarbeit? Was macht eine Kollaboration für dich authentisch?“
Klaus Maresch: „Ich stehe ausschließlich hinter der Kamera. Aber die Arbeit mit Creators läuft ja meistens auf Collabbasis. Die Chemie zwischen Creator und Fotograf muss stimmen und ich muß natürlich mit dem Typ Creator etwas anfangen können. Ich arbeite gern mit Twinks, Twunks und sportlich aktiven Fitnessfans zusammen. Ich finde, das (schwule) Maskulinität etwas Schönes ist und nicht gleich von vornherein als etwas Toxisches gilt. In der Hauptsache arbeite ich also mit jüngeren Creators, weil ich auch gern über einen längeren Zeitraum mit fotografischen Mitteln die Entwicklung eines Creators begleiten möchte.“
Collabfinder: „Was ist dein bester Überlebenstipp für neue Content-Creator, die Schwierigkeiten haben, sich in der Masse zu behaupten?“
Klaus Maresch: „Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit und ein Plan B für das Leben nach der Karriere als Creator.
Es ist völlig okay, wenn man am Abend vor einem Shooting oder Videodreh Bescheid gibt, weil man von einem Virus erwischt wurde und sich nicht gut fühlt. Ich erwarte das sogar von einem Creator, denn ein Shooting kann anstrengend sein.
Verspätung akzeptiere ich nicht, gerade wenn es enge Zeitpläne gibt wie zu den Shootings am Rande eines Events wie den Grabbys.
Natürlich gehe ich davon aus, dass der Creator zum Shooting „frisch gewaschen und gebügelt“ kommt. Ebenso ist es nicht okay, zu einem Shooting noch völlig verkatert und zugedröhnt von den Nachwehen einer heißen Party zu kommen.
Der Pornbusiness ist ein harter Job, und irgendwann ist es vorbei. Dann sollte man auf eine Ausbildung zurückgreifen können und von den Einnahmen auch ein paar Rücklagen gebildet haben. Als junger Creator sollte man sich stets vor Augen halten, dass jeden Tag aufs Neue junge Männer volljährig werden und mit dem Spaß an schwulem Sex Geld im Creatorbusiness verdienen wollen. Der Markt ist unbarmherzig. Und als Creator sollte man versuchen, nicht nur sich und seine Dienstleistung zu sehen. Als Fotograf sehe ich in jedem Creator auch einen wertvollen und liebenswerten Menschen, den es zu respektieren gilt.“
Interesse an einem Shooting mit Klaus Maresch?
Wenn Du als Creator Kontakt für ein gemeinsames Projekt mit Creators und Fotografen wie Klaus Maresch suchst, logg Dich auf der Collabfinder-App ein. Falls Du noch keinen Account in unserer App hast, musst Du Dich zuerst registrieren. Dein Account wird überprüft und nach Freischaltung findest Du Hunderte verschiedener Creators und kannst Dich mit ihnen Kontakt aufnehmen, um heiße Collabs zu planen.
Wenn Du als Fan Interesse an seiner Arbeit hast und Klaus Maresch folgen möchtest, findest Du ihn auf diesen Kanälen:
